Wir kamen abends an ...

Wir kamen abends an in Greifenstein.
Die sonne hielt nur noch der kirchturm fest.
Traktoren schwiegen, kehrten um und heim.
Im garten warten brot und apfelmost.
Die hecken wurden mauerhoch und -dicht.
Von ihnen saßen schwelgend wir umringt.
Wir hörten, häuser weiter wird gezecht,
bis in dem weiher sich das rot versenkt.
Dann führten unsre lieder nacht herauf:
Es standen fremde sterne oben. Dann
und wann ein hund in einem fernen hof.
Wir saßen schweigend um den walnussstamm.
Verblasster putz gab letztem licht salut.
Die lampen gingen aus und wir hinein.
Für viele stunden steht jetzt jedes rad.
Wir kamen abends an in Greifenstein.

süßer sommerstaub auf den straßen. ein dorf,
wie bei uns die dörfer sind. dreschmaschinen.
ein blutender köter. ein abend ohne gewitter.

Hans-Magnus Enzensberger