Die Wandlungen

䷊ 11. Der Friede

Erde auf himmel. Der friede gedeiht.
    Fördere, ordne die gaben.
Herrsche, vollende den kreislauf der zeit,
    fehde und krieg zu begraben.
    Weggang des schwachen und kleinen,
    stärke und größe wird mehr.
    Neuen frühling den hainen,
    segen den wesen bescher.
Erde auf himmel. Der friede gedeiht.
    Heil und gelingen umher.

䷒ 19. Die Annäherung

Erde auf see ist die annäherung,
    streben nach unten von oben.
Nähre und lehre. Du lenke den schwung,
    fest in den höhen verwoben.
    Stell dich dem übel. Beharre.
    Jeden emporgang vergiss.
    Land ist gelöst aus der starre.
    Drunter das wasser zerriss.
Erde auf see ist die annäherung.
    Geh: dein erfolg ist gewiss.

䷙ 26. Des Großen Zähmungskraft

Berg über himmel: die zähmende kraft.
    Großes, zusammengehalten.
Quere das wasser, du, niemals erschlafft.
    Lerne die worte der alten.
    Kehre aus heimlicher klause:
    Wirken der alten bemerk.
    Meide das essen zuhause.
    Festige dich und dein werk.
Berg über himmel: die zähmende kraft.
    Himmlische schätze im berg.

䷭ 46. Das Empordringen

Erde auf wind. Das empordringen spricht:
    Wende dich hin zu dem großen.
Wage und wachse und fürchte dich nicht,
    wirst du vom boden verstoßen.
    Holz, das sich unter der Erde
    regte, steigt lichtwärts und steil.
    Füg und bescheide dich, werde
    flug in den himmel und pfeil.
Erde auf wind. Das empordringen spricht:
    Aufbruch nach süden bringt heil.

䷿ 64. Vor der Vollendung

Feuer auf wasser. Vollendung ist nah.
    Fuchs auf tauendem eise.
Schlussstein auf allem, was einmal geschah,
    startpunkt und ziel jeder reise.
    Noch strebt dein werk auseinander.
    Weise, bevor es entweicht,
    jedem den platz, bis im bann der
    umschwünge alles sich gleicht.
Feuer auf wasser. Vollendung ist nah.
    Siehe, bald ist sie erreicht.
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Philosophie, Daktylus