Triptychon, Wilhelmshöhe

Eris

Schlangenbelagerte, giftzahndurchstoßene, zweifache1 zwietracht,
    taltief wellt sich ihr kleid fliehend und flattert hinab.
Schrecken, gesehen, gesät ins weiß des blickes, der nie lacht:
    keiner, der je ihr entrann, keiner, dem je sie vergab.

Pan

Stoß in die flöte: das tal erbebt, dionysischer taumel.
    Thronend im flimmern des lichts, das seine hörner umspielt,
fern von den göttern verbannt, erschaut er nur schwindend im traum el-
    ysiens felder, vom licht nördlicher berge zerwühlt.

Chronos

Schnitter, geflügelt, die sense über den falten der braue,
    unbereitet zum schwung, stundet er noch seine zeit.
Arm, mit der sanduhr verwachsen: Er ist der zählend-genaue,
    der dem kreisen ein heut, gestern und morgen verleiht.

  1. vgl. Hes. Op. 11f.: οὐκ ἄρα μοῦνον ἔην Ἐρίδων γένος, ἀλλ᾽ ἐπὶ γαῖαν / εἰσὶ δύω·↩︎

Vexierwasser-Grotte, Bergpark Wilhelmshöhe,
Aus der Sammlung Wilhelmshöhe.