10. [Ich tanzte Märchen dir bis in die Nacht]

Ich tanzte märchen dir bis in die nacht
und scheuchte schatten über höhlenwände
als fahle sonne, hoffte noch, ich fände
in dir den spiegel, der mich strahlend macht.
So sah ich schon in deiner streichholz-flamme
den feuerglanz der bergesspitzen, der
hinüberspringt – vom meere bis zum meer –
und nachricht bringt dem tal, aus dem ich stamme.
Doch du (denn niemals löscht dich wind und welle)
bist bald in meinen fingern abgebrannt
das holz hinab. Nichts blieb in meiner hand
als schwarze spur von weiß und schwefelhelle.
Allein bin ich im dunkel aufgewacht
und mond und sterne hab ich leis entfacht.
Aus der Sammlung Von Abend und August.