2. [Den blättern, die mit silbersäuseln zittern]

Den blättern, die mit silbersäuseln zittern,
entreißt mich jeder morgen, wenn er tälern
von frost entsteigt. Mit sonnenfingern stählern
begleitet er den auftakt auf den zithern
betauter spinnennetze, seiden-saiten,
von nacht gespannt und staubkornweisen schritten
und hundertaugenblick (vollmond inmitten)
der architekten, die durch stille gleiten.
So nimmt mich morgen fort und weckt die bittern
kelche der blüten mir zum trank. – Ich kenn
den garten kaum, drin sonnen-aufgang wohnt.
Allmählich klopft er an um einlass, wenn
ich aufschau zu dem blass-im-blauen mond,
dem diamantentau, den wappengittern.
Aus der Sammlung Mein Garten.