Schwarz und Weiß

I

Nacht und straßenlicht auf schnee und stein:
Misch in meine tage deine schwärze,
in die über-hellen. Meiner kerze
sei du docht und fang mein feuer ein.

Deinen schritten geh ich nach aufs eis:
nacht und straßenlicht auf schnee und teichen.
Lippen, die gebundnen blättern gleichen:
schreib uns zwei darein in schwarz und weiß.

II

Die tage werden länger nun und laut
vom kies die schritte auf den nassen wegen.
Du wäschst dich ab von mir mit erstem regen
und mit dem schnee bist du mir fortgetaut.

Dein lächeln war um uns ein weißes zelt,
die nacht ein jähes aneinander-reifen.
Dein küssen und mein deine-hände-greifen
ist traum nur noch und nebel auf dem feld.

Darinnen: bloß dein umriss (dein gesicht
verblasste mit dem eis auf allen teichen).
Ich bleibe wach und warte auf ein zeichen.
Ich bleibe wach – du kommst – ich seh dich nicht.

III

Zehn schwarze punkte und darin: nur wind
und wunde tage, aber nicht mehr: du.
Ich schaue stunden beim vergehen zu,
die alle leer und – lang wie wochen sind.
2024-12-21
Abend (B-Side)
2019-05-26
Mondlicht, weiß